Datum/Zeit
Date(s) - 29/08/2020
16:00 - 18:00

Veranstaltungsort
Hauptbahnhof

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Unter dem Motto „Fight Every Crisis“ gehen wir mit dem neuen Aktionsbündnis Klimagerechtigkeit am Samstag um 16 Uhr auf die Straße.
Zusammen wollen wir gegen die Ausbeutung von Mensch und Natur und für Klimagerechtigkeit laut sein. Denn soziale und ökologische Interessen dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Wir müssen sie zusammen denken. Das ist für uns der Kampf für Klimagerechtigkeit. Es ist so nötig wie nie: Lasst uns für ein Klima der Solidarität kämpfen!
Das System ist die Krise: System Change not Climate Change!
Twitter: @klimabielefeld

Hier der komplette Aufruf, für alle, die es ausführlich wollen

Geschlossene Flughäfen, stehende Fließbänder in der Automobilindustrie, im Hafen liegende Kreuzfahrtschiffe – Man hätte denken können, die Forderungen der Klimagerechtigkeitsbewegung nach einer radikalen ökologischen Umgestaltung der Wirtschaft seien endlich erhört worden. Der eigentliche Grund waren aber die staatlichen Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie. Während der Staat die ansonsten unantastbare Wirtschaft kurzzeitig auf ein Minimum herunterfahren ließ, feuert er andere Krisen weiterhin an. Klimakrise, Wohnraumkrise, humanitäre Krise für Menschen auf der Flucht und Gesundheitskrise: Sie alle bedrohen Menschen auf der ganzen Welt.
Diese Krisen sind nicht vorübergehend und nicht unabhängig von einander entstanden. Sie sind grundlegender Teil des Systems, in dem Krieg, Hunger, Ausbeutung, Gewalt und Vertreibung weiterhin bittere Realität für viele Menschen sind. Denn das System basiert auf der rücksichtslosen Verwertung jeden Lebens und grenzenlosem Wachstum. Die kapitalistische Wirtschaftsweise, eine patriarchale Geschlechterordnung und seit der Kolonialisierung bestehende rassistische Strukturen machen ein „Gutes Leben für Alle“ unmöglich.
Das wird an vielen Stellen deutlich: Menschen sterben an heilbaren Krankheiten, obwohl die lebensrettenden Medikamente längst existieren. Frauen leisten trotz formaler Gleichstellung einen Großteil der (unbezahlten) Sorgearbeit. Geflüchtete werden in Lagern zusammengepfercht, während gleichzeitig massenhaft Hotels leer stehen. Die ökologischen Lebensgrundlagen werden durch die Nutzung fossiler Energien zerstört, um weiterhin auf Kosten von Mensch und Umwelt Gewinn zu machen.
Zuletzt zeigte sich das in der industriellen Fleischproduktion am Fall Tönnies. In den Schlachthöfen riskieren Arbeitsmigrant*innen ihre Gesundheit, weil das System ihnen keine andere Chance lässt. Das für die Produktion importierte Futter führt zum Kollaps des Amazonas-Ökosystems. Was als „Abfall“ übrig bleibt, wird in Staaten exportiert, die sich keine wirtschaftlich mächtige Position erkämpft haben und vernichtet dort die Existenzen nachhaltig wirtschaftender Kleinbäuer*innen. Das wiederum zwingt Menschen zur Flucht.
Im Kapitalismus stehen sich soziale und ökologische Fragen oft gegenüber, wie z.B. im Hambacher Forst. Während Demonstrant*innen Maßnahmen gegen die Klimakrise fordern, führen die Arbeiter*innen von RWE einen Kampf gegen Existenzangst und Arbeitslosigkeit. Für uns hat der Konflikt seine Ursache im kapitalistischen Wirtschaftssystem. Dieses zwingt die Unternehmen zur Gewinnmaximierung – und damit zur immer weiteren Ausbeutung ökologischer Ressourcen. Un es zwingt Menschen, sich unter ausbeuterischen Bedingungen dem Arbeitsmarkt und der ständigen Angst vor Arbeitslosigkeit hinzugeben.
Soziale und ökologische Interessen dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden! Wir müssen sie zusammen denken. Das ist für uns der Kampf für Klimagerechtigkeit!
Deshalb gehen wir gemeinsam als globale Bewegung gegen die Ausbeutung von Mensch und Natur auf die Straßen. Es ist so nötig wie nie: Lasst uns für ein Klima der Solidarität kämpfen! Das System ist die Krise: System Change not Climate Change!