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Date(s) - 14/12/2018
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WORKSHOP

Für wen: Menschen mit Vulva*

Urinieren ist ein universales Grundbedürfnis, welchem alle Menschen weltweit, meistens mehrmals täglich, mal mehr oder weniger dringend, nachgehen müssen. Alle Menschen müssen urinieren – unabhängig vom Alter, Körper, sozio-ökonomischen Status und Geschlecht sowie unabhängig davon, in welchen räumlichen Kontexten sie sich befinden und bewegen.

Nur ist es für viele Menschen in spezifischen Situationen und Räumen nicht immer selbstverständlich oder möglich, dem Harndrang adäquat und zeitnah nachgehen zu können. Aus der alltäglichen Lebensrealität und -erfahrung heraus verstehen wir Pissen als unmittelbar mit (u.a.) vergeschlechtlichen Räumen, Designs, Symbolen und Alltagspraxen verbunden. Darunter fassen wir den Toilettengang von Menschen, welche sich nicht in binären Geschlechterkategorien wiederfinden können und/oder möchten, oftmals lange Warteschlangen, welche aus ungleichen Anzahlen von Piss-Möglichkeiten resultieren und die damit im Zusammenhang stehende Alltagskleidung. All das und noch viel mehr nehmen wir zum Anlass, uns in einem dreiteiligen Workshop mit dem Urinieren und Toiletten-Räumen zu beschäftigen.

In einem theoretischen Teil werden wir uns im Workshop zunächst mit rassistischen, klassistischen, ableistischen und sexistischen Herrschaftsverhältnissen beschäftigen, die bis heute die westliche Toilette und die Art und Weise von Ausscheidungsprozessen prägen. Anschließend wird es die Möglichkeit geben, Alltagserfahrungen untereinander auszutauschen. Im Praxis-Teil widmen wir uns der Frage, inwiefern die geschlechtsspezifische Haltung beim Harnlassen weniger mit der (genitalen) Anatomie zu tun hat, als vielmehr mit androzentristischen gesellschaftlichen und räumlichen Strukturen einhergeht. Gemeinsam versuchen wir mit verschiedenen Piss-Techniken herauszufinden, ob das „im Stehen pinkeln“, tatsächlich nur Cis-Männern möglich und vorbehalten ist, oder ob die geschlechtsspezifische Körperhaltung beim Pissen ein Ergebnis der binär-geschlechtlichen Sozialisierung und Verräumlichung ist.

Die Referent*in will mit dem Workshop zeigen, dass es nicht um den angeblichen Penis-Neid geht, sondern dass Pissen politisch ist und als subversive, queer-feministische Praxis genutzt werden kann. Mar*ka Pi beschäftigt sich sowohl wissenschaftlich, als auch aktivistisch mit Urinieren und Toiletten und den damit zusammenhängenden (Un-)Möglichkeiten im (halb-)öffentlichen Raum.

Bitte unter gleichstellung@asta-bielefeld.de anmelden. Der Workshop ist begrenzt auf 12 Personen.

Uhrzeit und Ort werden nach der Anmeldung bekannt gegeben