Wir freuen uns sehr, dass Friederike Beier mit einem Vortrag zum Thema „Queerfeministische Zeitpolitik in autoritären Zeiten“ nach Bielefeld kommt. Um folgendes geht es:
Kapitalistische Beschleunigung und die patriarchale Organisation von Arbeit und Leben haben uns die wichtigste Ressource des Lebens geraubt: Zeit. Während alles immer schneller wird, versprechen Technologien und Apps, Zeit zu sparen, doch davon scheint immer weniger übrig zu sein. Stress, Erschöpfung und Überforderung sind die Folgen. Die Kehrseite ständiger Beschleunigung ist die Zeit des Wartens in den Erfahrungen von Flucht, Migration oder Arbeitslosigkeit. Zeitungerechtigkeit zeigt sich in ganz unterschiedlichen Facetten und ist mit intersektionalen Ungleichheitsverhältnissen verschränkt. Darüber hinaus ist Zeit eine wichtige Prämisse demokratischer Beteiligung, deren Verknappung durch rechte und autoritäre Beschleunigungsstrategien genutzt wird, um Chaos zu verursachen und politische Ohnmacht zu verbreiten.
Im Vortrag werden queere, feministische und Crip-Perspektiven auf Zeit miteinander verbunden, um einen intersektionalen Blick auf Chrononormativität, Zeitungerechtigkeit und Autoritarismus zu richten. Abschließend werden emanzipatorische Zeitpolitiken vorgestellt und Prämissen für einen Chronofeminismus entwickelt, der sich für Zeitgerechtigkeit, Zeit für Sorge sowie für die Anerkennung und Demokratisierung multipler Zeiten und Geschwindigkeiten einsetzt.
Die Veranstaltung organisiert das Fem*Ref Uni Bielefeld.
Kommt vorbei, wir freuen uns auf euch!



