Datum/Zeit
Date(s) - 22/01/2020
20:00 - 22:00

Veranstaltungsort
Bürger*innenwache Siegfriedplatz

Kategorien


Das Märchen vom Grünen Wachstum – Plädoyer für eine solidarische und nachhaltige Gesellschaft

Bruno Kern

Bewusst grenzt sich Bruno Kern einerseits vom grün-liberalen Ansatz eines technisch-modernisierten ökologischen Kapitalismus, andererseits von einem orthodoxen Marxismus ab. Er macht klar, dass die kapitalistische Produktionsweise und die Konsumweise des globalen Nordens die zentralen Problematiken des Klimawandels sind. Damit reiht er sich in die inhaltliche Tradition des im letzten Jahr erschienen Buches der ,,Imperialen Lebensweise“ von Ulrich Brand und Markus Wissen ein, auf die er in seinem Werk auch häufig verweist. Allerdings unterscheidet er sich zu den beiden genannten Autoren, indem er klarer den globalen Kapitalismus für die Klimazerstörung verantwortlich macht, sowie eine konkretere Alternative zum heutigen Wirtschafts- und Gesellschaftssystem formuliert: Den Ökosozialismus.

Zentral sticht in seinem Buch seine These heraus, dass der Energie- und Ressourcenverbrauch auf der Welt (vor allem in den Industrienationen) deutlich zu hoch ist und keine Entkoppelung von Wachstum und Verbrauch möglich sei. Dadurch schließt er reformorientierte Ansätze eines Kapitalismus aus, da sie diesen Widerspruch nicht lösen können, un dzeigt, dass viele Ideen von grünliberalen Parteien und Denkern nur eine Rekonstruktion dieses Wirtschaftswachstums anstreben.

Sehr stark sind seine greifbaren Transformationsüberlegungen, die er unter der Überschrift  „Auf dem Wege zu einer ökosozialistischen Gesellschaft“ darstellt. Hier  führt er viele anschauliche Beispiele kapitalistischer Verschwendungs- und Ausbeutungslogik an, die in einer nicht auf Profit basierenden Gesellschaft (dem Ökosozialismus) irrelevant wären. Auch unterstreicht er, dass eine ökologische Transformation der Welt nicht auf dem Rücken der armen Schichten ausgetragen werden darf. Es sei sowohl ungerecht als auch nicht umsetzbar…..

Bruno Kern, geboren 1958 in Wien, studierte Theologie und Philosophie in Wien, Fribourg, München und Bonn. Er promovierte mit einer Studie über die Marxismusrezeption in der Theologie der Befreiung. Zurzeit arbeitet er als selbstständiger Lektor, Übersetzer und Autor in Mainz. Darüber hinaus ist er Gründungsmitglied der Initiative Ökosozialismus (2004) und des Netzwerks Ökosozialismus (2018)