Datum/Zeit
Date(s) - 05/06/2019
18:15 - 21:00

Veranstaltungsort
Universität Bielefeld H8

Kategorien


Die zentrale Mittelmeerroute ist seit Jahren eine Region des Todes zahlreicher Menschen. Auf
der Suche nach einer Zukunft fahren Menschen aus diesen und jenen Gründen in seetechnisch
völlig ungeeigneten Booten auf dem Meer in Richtung Europa. Dass Menschen, die keine
Europäer sind hier kontrolliert umkommen, weil Ihnen die Rettung verweigert wird, ist eine
politische Tragödie, ein kulturelles Desaster und ein massiver Verstoß gegen die in den
Vereinten Nationen beschlossenen Menschenrechtsvereinbarungen. Es gibt also überhaupt
keinen Grund, eine zivile Seenotrettung in Frage zu stellen. – Sollten wir glauben.
Der Referent Martin Kolik übersegelte zu viert 2013 den Atlantik, fuhr 2016 auf der „Sea-Watch2“ als Co-
Skipper [„1.Offizier“], war 2018 auf der „SeaWatch3“, die aktuell einmal wieder in Sizilien
festgehalten wird im Einsatz. Um die behördlich, politisch gezielt inszenierte Blockade der
Seenotrettung zu umgehen, war er im April 2019 mit einem Segelschiff als
Beobachtungsmission vor Libyen im Einsatz. Der Vortrag skizziert konkrete Einsätze mit
Originalaufnahmen, zeigt auf, was mit den Überlebenden und auch den Ertrunkenen passiert
und wo diese bleiben.
Wohin steuert Europa? Ist es wieder normal, ́Untermenschen` zu denken und sich für etwas
Besseres zu halten?