Datum/Zeit
Date(s) - 27/10/2018
16:00 - 19:00

Veranstaltungsort
Wird noch bekannt gegeben

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Der Kontext:
„Möseale Ejakulation – die Votzen spritzen zurück“, so lautete der Titel eines Sexualaufklärungsworkshop, der letztes Semester im Rahmen der ‚Aktionstage Gesellschaft.Macht.Geschlecht – für sexuelle und geschlechtliche Selbstbestimmung‘ stattfand. Zahlreiche nationale und internationale Medien berichteten; die Uni Bielefeld, der AStA und dessen Gleichstellungsreferat wurden sehr bekannt. Die Reaktionen auf dieses Angebot reichten von vielen interessierten Nachfragen, Zuspruch über starke Kritik bis hin zu Androhungen schwerer Straftaten.
Oft war in diesem Kontext die Rede von Masturbationsworkshops und Sex-Seminaren. Der Ring Christlich Demokratischer Studenten der Uni Bielefeld betitelte den Workshop sogar als Orgie und die AfD sah, wie so häufig, das christliche Abendland in Gefahr. So entstand ein Bild, in dem das eigentliche Angliegen des Workshops, nämlich die Aufklärung über die Anatomie und Ejakulation der Vulva, die weniger bekannt und präsent ist, als die Ejakulation und Anatomie des Penis, aufzuklären, gar nicht mehr zu erkennen war.
Wir verstehen Sexualaufklärung an der Uni als Beitrag zur sexuellen Gesundheit der Studierenden. Rund um Sexualität und Geschlechtsorgane gibt es zahlreiche Mythen, mit denen wir aufräumen wollen. Denn die Vulva ist komplex und wissenschaftliche Forschung über sie marginalisiert. Viele Menschen ohne (und mit!) Vulven wissen weder etwas über Komplexität, noch über Funktionsweisen dieses Geschlechtsorgans. So soll der Vortrag, der im Gegensatz zum Workshop für alle Geschlechter offen ist, den Teilnehmenden ermöglichen mehr zu erfahren. Der Workshop ist insbesondere dafür da, ein besseres Gefühl für den eigenen Körper zu entwickeln.
Die Referentin will mit dem Vortrag und dem Workshop mit Mythen und falschen, verzerrten oder unpräzisen Vorstellungen und Bezeichnungen aufräumen und zeitgemäße, wertschätzende Bilder und Worte etablieren. Dafür hat sie eine bewusst provokante Sprache gewählt, um Begriffe wie Votze neu und positiv zu besetzen. In dem Vortrag sowie Workshop geht sie auch auf die Tabuisierung der Vulva und deren wissenschaftliche Relevanz ein.
Die Veranstaltung wird in „Ach so ist das? Eine Veranstaltungsreihe zu sexueller Gesundheit und Selbstbestimmung, Körper und Liebe“ eingebunden.
 
Möseale Ejakulation – Die Votzen spritzen zurück!
Was: Workshop am 27.10.
Für wen: Frauen und trans*
Wie lange: 1,5 Stunden
Und: Mit Anmeldung (Kontakt: gleichstellung@asta-bielefeld.de) 10-15 Personen
Bitte mitbringen: Handspiegel, Handtuch, Gleitgel (wenn Du die Dinge nicht mitbringen kannst/möchtest, schreib das einfach in die Anmeldung, wir kümmern uns dann darum)
Den Veranstaltungsort erfahrt ihr bei Anmeldung!
 
In diesem Workshop wird dann selber Hand angelegt. Dabei gehen wir aber langsam und Schritt für Schritt vor. Jede*r erkundet die eigene Vulva unter Anleitung selbst. Wir lernen, wo genau die Prostata bzw. G-Fläche liegt, wie sie sich individuell anfühlt und wie sie stimuliert werden kann, bis die Möse flutschig wird und bereit ist zum Abspritzen. Unser Ziel wird es dabei nicht sein, einen Spritz-Wettbewerb zu veranstalten, sondern gemeinsam, in einem vertrauensvollen Rahmen die eigenen Möslichkeiten zu entdecken und dabei die eigenen Bedürfnisse wahr- und ernstzunehmen. Ob es am Ende fließt, blubbert, spritzt, plätschert, tröpfelt oder die Handtücher wegschwemmt – alle Freudenflüsse sind herzlichst willkommen!“
 
Pia Voz-Picunt ist feministische Fotzenforscherin und Aktivistin im Freudenfluss-Netzwerk der Berliner Sexpertin Laura Méritt. Zur Etablierung einer Neuen Gleitkultur propagiert sie in praktischer und theoretischer Hinsicht einen dreifaltigen Ansatz: Klitoral leben – Pussytiv denken – Votzüglich ficken. Weitere Vorschläge sind jederzeit sehr willkommen und können gerne vor, während und nach den Veranstaltungen gemeinsam diskutiert werden