Datum/Zeit
Date(s) - 06/12/2019
17:00 - 19:00

Veranstaltungsort
Universität Bielefeld X-E0-002

Kategorien


Das weibliche Lustzentrum ist ein komplexes Powerorgan, über das wir immer noch viel zu wenig
wissen! Wie groß ist die Klitoris? Wo genau liegt die G-Fläche? Wie stimuliere ich die Prostata und
wo liegt sie überhaupt? Wie funktioniert die möseale Ejakulation? Was tropft, fließt und spritzt da
eigentlich alles? Was ist mit dem Vaginalkranz gemeint und wer hat sich das ausgedacht? Der
Vortrag wird sich diesen und anderen Fragen widmen und bildreich über die möseale Anatomie und
die Funktionsweise der Lustorgane aufklären.
In der Geschichte des westlichen Patriarchats wurde die Potenz der Vulva über Jahrhunderte hinweg
und mit gewaltiger Anstrengung diffamiert und verleugnet. Viele Wissensbestände und Praktiken
wurden verdrängt und gingen verloren, manches tauchte auf Umwegen wieder auf oder war
Gegenstand feministischer Kämpfe. Um die Möse ranken sich auch knapp 50 Jahre nach den ersten
kollektiven Selbstuntersuchungen im Kontext der Zweiten Welle der Frauenbewegung – und nach
jahrzehntelanger feministischer Forschung aus historischer, kulturwissenschaftlicher und
medizinischer Perspektive – noch immer absurde Mythen. Viele alltägliche Bezeichnungen oder
bildliche Darstellungen sind nach wie vor schlicht falsch, irreführend oder ideologisch aufgeladen.
Dem schnellen Klick im hypernormierten Malestream-Internet-Porno entgeht die möseale
Komplexität und Votzenvielfalt komplett.
Wir werden daher während des Vortrags nicht nur nachholen, was Biologielehrer*innen und auch
Geschichtslehrer*innen „vergessen“ haben, sondern uns auch über unterschiedliche Erfahrungen,
Wahrnehmungen und Wissensbestände austauschen und so gemeinsam den Reichtum der fülligen
Falten feiern.
Der Vortrag ist offen für alle.