Datum/Zeit
Date(s) - 25/04/2019
18:00 - 21:00

Veranstaltungsort
Höraal 14, Uni Bielefeld

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Was ereignete sich damals im Südosten der Türkei und wie kam es zu den dortigen Ausnahmezuständen?
Nachdem der kurdische Kanton Kobanê im September 2014 vom sogenannten Islamischen Staat und türkischer Beihilfe überfallen wurde, löste das Massendemonstrationen und Aktionen des zivilen Ungehorsams auf den Straßen Nordkurdistans aus. Als der IS zudem unter staatlicher Deckung einen Bombenanschlag auf eine Friedensversammlung in Suruç verübte und über 30 junge Menschen in den Tod riss, eskalierte die Situation in den meist kurdisch besiedelten Gebieten. Besonders auch Diyarbakir geriet mit Aufständen und Protestaktionen kurdischer Jugendlicher erneut ins Visier des türkischen Staates.
So entfachte und legitimierte die Türkei einen blutigen Krieg gegen die kurdische Bevölkerung und verübte in vielen Städten brutale Anschläge auf zivilgesellschaftliche Strukturen.
Zu diesem Zeitpunkt reiste die Fotojournalistin Duygu Yildiz gemeinsam mit weiteren Journalist*innen aus Europa in die betroffenen Städte und wurde Zeugin von zivilen Aufständen, blutigen Straßenkämpfen zwischen Bevölkerung und Militär, überfallartigen Massenverhaftungen, Polizeigewalt, staatlicher Brandstiftung und systematischen verschwiegenen Massakern.
Der Vortrag und der Kurz-Dokumentarfilm sollen die Hintergründe des Konfliktes genauer erläutern und zeigen, was sich in den umkämpften Gebieten ereignete, die besonders während der Ausgangssperre zum Zentrum von faschistischer Gewalt und bestialischer Kriegsführung seitens der Türkei gegen die kurdische Bevölkerung wurden.
Der Kurz-Dokumentarfilm „Diyarbakir unter Beschuss“ zeigt den Kriegsalltag am Rande der Gesellschaft.