Datum/Zeit
Date(s) - 05/03/2020
20:00 - 22:00

Veranstaltungsort
Buchladen Eulenspiegel

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Vortrag

Prof. Dr. Paul Mecheril:

Die Schwierigkeit über Rassismus zu sprechen und Möglichkeiten ihrer Überwindung 

 

Da die Gründung der Bundesrepublik von dem Versuch gekennzeichnet war, in der Proklamation eines Neuanfangs die nationalsozialistische Vergangenheit hinter sich zu lassen, war „Rassismus“ als Diagnose gegenwärtiger Verhältnisse in Deutschland lange un(aus)haltbar. Diese Un(aus)haltbarkeit wirkt nach wie vor. Aktuell zeigt sich das in der öffentlichen Debatte um rassistische Sprache und Muster in Kinderbüchern oder in den massiven Reaktionen auf Hinweise auf strukturellen und institutionalisierten Rassismus, die im Laufe der Ermittlungen zu den Morden durch den NSU deutlich wurden. In diesen Debatten zeigt sich, dass der Hinweis darauf, es handele sich möglichweise um rassistische Vorkommnisse, an denen öffentliche Institutionen und Akteure beteiligt sind, besonders in Deutschland sehr schnell, zuweilen automatisiert auf Zurückweisung stößt. Diese folgt zugespitzt dem Muster, dass nicht sein kann, was nicht sein darf. Im Vortrag wird es um die Frage gehen, wie eine angemessene Thematisierung von Rassismus und Rassismuserfahrung aussehen kann, die selbst zu einer unangemessenen Gewaltpraxis wird und eine Beitrag dazu leistet, dass Akteure weniger aus rassistisch geladene Kategorien, Redeweisen und Wahrnehmungsmuster angewiesen sind.

 

Der Eintritt ist frei.

Bitte rechtzeitig reservieren.