Datum/Zeit
Date(s) - 23/06/2021
19:00 - 21:30

Kategorien


Fragen von linksunten gegen die Alternativlosigkeit von oben

Corona-Kritik: Linksradikal und feministisch

Online-Veranstaltung mit dem Berliner Praxiskollektiv Reiche, der Züricher Gruppe Feministischer Lookdown und dem Rechtsanwalt und Publizisten Rolf Gössner

 

Uns ist es wichtig, aus linker/linksradikaler/queerfeministischer Perspektive Fragen nach dem Umgang mit Corona, den Maßnahmen, der Berichterstattung sowie einer Verortung des Themas innerhalb der Linken/QueerFeminist*innen zu stellen.

Die Veranstaltung findet über BigBlueButton statt. Nach einem Input der drei Referent*innen wollen wir die Diskussion eröffnen. Die Teilnahme ist unter folgendem Link möglich: https://lecture.senfcall.de/fra-ljy-8gl-yr2

Folgende Fragen sind uns wichtig:

  • Was unterscheidet Corona von anderen politischen Themen?
  • Werden staatliche Vorgaben als Fürsorge empfunden?
  • Wie kann ein konstruktiver Umgang mit Ängsten in sozialen Bewegungen aussehen?
  • Müssen wir uns in der politischen Analyse mehr mit dem Thema „Angst“ auseinandersetzen, um gesellschaftliche Vorgänge zu verstehen und besser darauf reagieren zu können?
  • Wo ist die Wissenschaftskritik?
  • Wo werden noch Fragen gestellt?
  • Gibt es einen Zusammenhang zwischen Corona und den massiven gesellschaftlichen Veränderungen wie die Verschärfungen von Sicherheitsgesetzen und dem Versammlungsrecht sowie den Überlegungen zum wirtschaftlichen Umbau (z.B. „Great Reset“) ?
  • Wieso wurden letztes Jahr (2020) mit 20 Krankenhausschließungen mehr Kliniken geschlossen, als in den letzten fünf Jahren zuvor?
  • Wieso wird erst jetzt mit überlasteten Intensivstationen argumentiert? Arbeiten die Kliniken und das Personal nicht seit Jahren am Limit? Ist das Kaputtsparen des Gesundheitssystems nicht politisch gewollt?
  • Wo sind die linken Utopien in Bezug auf Gesundheit, Alter Tod?
  • Wie wollen wir zusammenleben? Wollen wir uns darauf verlassen, im Alter auf staatliche Versorgung angewiesen zu sein oder wollen wir nicht lieber nach eigenen Konzepten suchen? Uns gegenseitig unterstützen, solidarisch handeln?
  • Wieso gibt es nur noch so wenig Widerspruch zum neoliberalen TINA-Prinzip (There Is No Alternative)? Wie könnten Alternativen aussehen?
  • Wie passen Ideen zu Kollektivität und Solidarität mit dem aktuellen vermittelten und gelebten Menschenbild zusammen?
  • Was verstehen wir unter dem Begriff „Solidarität“?
  • Was ist vom Aufruf „ZeroCovid“ zu halten?
  • Wieso wird die Art und Weise der Berichterstattung und der Umgang mit den genannten Zahlen so wenig hinterfragt?
  • Wo ist die Verhältnismäßigkeit der Lockdown-Maßnahmen angesichts von Hungertoten, Armutsexplosion, Grundrechteabbau etc.?

Wir haben viele Fragen und auch einige Antworten auf die aktuelle Situation.

Diese Zeit hat uns mit Wucht darauf gestoßen, wie wichtig es ist, für linke Utopien für Gesundheit/Altenversorgung zu kämpfen. Sie hat uns gezeigt, wie wichtig es ist, einen guten Umgang mit eigenen/kollektiven Ängsten, Tod etc. zu finden.

 

Die Referent*innen:

Das Praxiskollektiv Reiche e.G. ist eine hierarchiefreie, basisdemokratische  Hausärzt*innen-Praxis. Die Praxis ist seit 1978 ein selbstverwaltetes Kollektiv, in dem alle Mitarbeitenden die gleichen Rechte und den gleichen Stundenlohn haben.

Feministischer Lookdown. Eine Initiative vom Kollektiv feministischer Zusammenschluss gegen Denkblockaden: Corona-Krise oder Care-Notstand?:
Sie verstehen sich als Teil der internationalen feministischen Streikbewegung und setzen sich seit vielen Jahren mit Kapitalismuskritik und Care-Notstand auseinander.

Rolf Gössner ist Rechtsanwalt, Publizist und Bürgerrechtsaktivist. Er ist Mitherausgeber der Zeitschrift Ossietzky, Jury-Mitglied des Big Brother Awards und der  Carl-von-Ossietzky-Medaille, Mitherausgeber des Grundrechte-Reports, Vorstandsmitglied der Internationalen Liga für Menschenrechte. Er führte Strafverteidigungen sowie Nebenklage-Vertretungen unter anderem für die Familie von Halim Dener. Autor zahlreicher Bücher zu Überwachung, Sichherheitsstaat, Polizei, V-Leuten + Verfassungsschutz.

Alle 3 Referent*innen haben sich von Anfang an kritisch mit der Corona-Politik auseinandergesetzt und dazu Informationen/Analysen veröffentlicht.

Wir – die Veranstalter*innen – sind eine Bielefelder Gruppe aus linksradikalen und queerfeministischen Zusammenhängen.

 In Erwägung, daß wir der Regierung, was sie immer auch verspricht, nicht trau’n, haben wir beschlossen unter eig’ner Führung, uns nunmehr ein gutes Leben aufzubau’n. (Bertold Brecht, Resolution der Kommunarden)