Datum/Zeit
Date(s) - 07/11/2019
18:00 - 21:00

Veranstaltungsort
X-E1-202

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Seit 2015 wurden mehr als eine halbe Millionen Menschen aus urbanen Räumen in den sudöstlichen Territorien der Turkei durch Krieg und militärische Besatzung vertrieben. In den Städten wie Diyarbakır, Cizre, Nusaybin, Yüksekova, Şırnak und Şiirt, die mehrheitlich von Kurd*innen bewohnt sind, wurden bis zu 70 Prozent der städtischen Strukturen durch türkisch-militärische Streitkräfte zerstört, die obendrein den Tod von 321 Zivilist*innen, davon 79 Kindern im Zeitraum von August 2015 bis August 2016 forderten. Den systematischen Angriffen auf Gebäude und der Zerstörung ganzer Stadtlandschaften seitens der türkischen Regierung, folgt nun eine geplante Stadterneuerung und Rekonstruktion durch die staatlichen Behörden.

Diyarbakır ist die größte Stadt im Südosten der Türkei und eine der Städte, die besonders stark vom Krieg betroffen war. Die bewaffneten Gefechte fanden dabei insbesondere im Bezirk Sûr statt. Diyarbakır gilt als heimliche Hauptstadt Kurdistans und ist mehrheitlich von Kurd*innen bewohnt.

Berivan Köroğlu setzte sich im Rahmen ihrer Masterarbeit mit der Frage auseinander »Welche Bedeutung hat die Zerstörung des urbanen Raumes von Sûr für die Bewohner*innen von Diyarbakır?« Daher standen vor allem die Wahrnehmungen und Perspektiven der Stadtbewohner*innen im Fokus ihrer Forschung. Gleichzeitig untersucht sie die postkoloniale Geschichte dieser urbanen Räume und die verwobenen Geschichten der Stadt und dessen Bedeutung für kurdische Identitäten in der Türkei.

Einen Einblick in ihre Arbeit gibt der Artikel »Eine leblose Stadt. Eine Stadt ohne Seele. Die Zerstörung von Erinnerungsorten im kurdischen Amed« im Dossier »Future Memories. Erinnerungskult(ur) der Migrationsgesellschaft« der Akademieprogramme des Jüdischen Museums Berlin und des Center for Metropolitian Studies der Technischen Universität Berlin.

Raum: X-E1-202