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Datum/Zeit
Date(s) - 05/02/2019
19:00 - 21:00

Veranstaltungsort
FH Bielefeld

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Vortrag und Diskussion mit Karina Korecky

Kritische Theorie und Feminismus stehen in einem Spannungsverhältnis zueinander, das sich am Streit um den Umgang mit der Natur festmachen lässt. Pochen die einen auf die Naturhaftigkeit des Gesellschaftsprozesses und den verletzlichen Leib, weisen die anderen Natur als disziplinierten Körper und Geschlechtskörper scharf zurück. Ist für den Materialismus Natur unverzichtbare kritische Kategorie, ist sie im Feminismus traditionell Gegenstand der Kritik. Wie kann angesichts dieser Konstellation ein materialistischer Feminismus aussehen? Der Vortrag skizziert die Bedeutung des Naturbegriffs in der Gesellschaftskritik (Marx, Adorno) und die Kritik unterdrückender Natur durch die feministische Dekonstruktion (Butler) sowie die feministische Kontroverse darum. Die Beschreibung soll zeigen, dass sich die Spannung zwischen den Positionen nicht auflösen lässt. Feministische Theorie, auch in ihrer materialistischen Variante, und Gesellschaftskritik teilen zwar gewisse Momente (etwa die Verweigerung des Denkens als System oder Methode), aber fallen stets aufs Neue auseinander. Das Verhältnis von Kapital und Geschlecht wäre negativ zu verstehen. Einem materialistischen Feminismus sollte es demnach nicht um Vereinigung gehen, sondern darum die Spaltung zu begreifen. Karina Korecky, forscht am Institut für Soziologie der Universität Freiburg zu „Subjektivität und Psychiatrie im Wandel“. Publikationen und Vorträge zum Begriff der Natur in der Staatstheorie und verschiedenen Aspekten feministischer Kritik.