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SUMMARY:Freiheit ist keine Metapher
DESCRIPTION:Freiheit ist keine Metapher\n\nAntisemitismus\, Migration\, Ras
 sismus\, Religionskritik\n\nVojin Saša Vukadinović (Hg.)\n\n&nbsp\;\n\nD
 ie Literaturwissenschaftlerin Silvia Bovenschen hat einmal bemerkt\, dass 
 vermutlich jede Bewegung irgendwann ihre eigene Karikatur hervorbringt. De
 r Genderfeminismus\, der Antirassismus und der Queerfeminismus sind ebendi
 es: Karikaturen geschlechter-\, migrations- und sexualpolitischer Emanzipa
 tionsregungen. Der Sammelband nimmt diesen pessimistischen Befund zum Ausg
 angspunkt\, um über den Verrat an der Mündigkeit nachzudenken\, der sich
  in den letzten zehn Jahren besonders in den vorgenannten Bereichen kenntl
 ich gemacht hat. Am Beispiel von Antisemitismus\, Migration\, Rassismus un
 d Religionskritik zeigen rund dreißig Beiträge\, wie fatal die Konsequen
 zen einer Haltung sind\, die nur noch in Kollektiven zu denken vermag\, di
 e dann entweder als Gruppenidentität eingefordert oder aber ressentimentb
 eladen bekämpft wird\; der als politische Organisationsformen nur noch 
 „Koalitionen“ und „Verbündete“ einfallen und die zudem längst ve
 rgessen hat\, dass Kritik ein Mittel dazu ist\, um schlechte Verhältnisse
  nicht hinzunehmen.\n\nAm 5. April laden wir zwei der Autor*innen ein\, ih
 ren  Beitrag aus dem Sammelband vorzustellen.\n\nTara Falsafi wird zu ihr
 em Text: „Für immer fremd-bestimmt? Zum Vorwurf ein Token zu sein. Eine
  materialistisch-feministische Perspektive“\n\nund Krsto Lazarević wird
  zu seinem Text: „Verhinderte Rechte - Eine Kritik der „Kritischen Wei
 ßseinsforschung“ in Deutschland“ sprechen. Weitergehende Ankündigung
 stexte siehe unten:\n\n&nbsp\;\n\nFür immer fremd-bestimmt? Zum Vorwurf e
 in Token zu sein Eine materialistisch-feministische Perspektive.\n\nVortra
 g von Tara Falsafi\n\nBegrifflich ist ein Token ein “Zeichen” eine sym
 bolhafte Geste. Der Ursprung des Begriffes findet sich bei Martin Luther K
 ing. In einem Artikel für die New York Times beschrieb er 1962 das Konzep
 t des Tokenismus als eine Minimalakzeptanz von schwarzen Personen in eigen
 tlich weiß dominierten Bereichen\, um die schwarze Bewegung zu besänftig
 en und vermeintliche Akzeptanz für Schwarze im Generellen aufzuzeigen.\n\
 nDer Begriff des Tokenismus erfuhr durch Forschungen von Roseboth Moss Kan
 ter in den 1970er Jahren in einer Organisationsstudie eine neue Bedeutung.
  Token werde hier als eine Gruppe extremer Minderheiten beschrieben\, wie 
 etwa vereinzelte Frauen in klassischen Männerberufen.\n\nKritisiert werde
 n in beiden Definitionen die ausbeuterischen Verhältnisse\, in denen sich
  die sogenannten Token befinden. Es gibt die Erkenntnis\, dass Ausbeutung 
 durch Lohnarbeit gerade Frauen und nichtweiße Personen verhäuft in beson
 derer Härte trifft. Doch anstatt an diese Punkte anzuknüpfen und die Net
 zwerke zu analysieren\, in denen Rassismus\, Patriarchat und Kapitalismus 
 aufeinandertreffen\, fällt die Verantwortung im queerfeministischen Spekt
 rum durch den Begriff token-hier verwendet als Äquivalent für Alibikanak
 innen ohne eigenständige Meinung- auf jene zurück\, welche am meisten un
 ter diesen Umständen zu kämpfen haben: Nicht-weiße\, prekär lebende Fr
 auen.\n\nHinter diesem Konflikt steht ein politischer Kampf um öffentlich
 en Raum und Richtung\, welchem wir uns stellen müssen. Welche Themen umfa
 sst die “Gesamtheit” einer materialistisch- feministischen Perspektive
  für die Zukunft und welche Felder des Antirassismus fehlen ihr aktuell\,
  um den Kampf um Raum und Öffentlichkeit\, mit genügend Schlagkraft füh
 ren zu können?\n\n&nbsp\;\n\nVerhinderte Rechte - Eine Kritik der „Krit
 ischen Weißseinsforschung“ in Deutschland.\n\nVortrag von Krsto Lazarev
 ić\n\nDie Fetische "Kultur" und "Identitätspolitik" haben in Teilen der 
 Linken den Kampf um die größtmögliche Freiheit aller Individuen abgelö
 st. Sogennante Sprechorte gelten mehr als Argumente. Die Suche nach objekt
 iven Wahrheiten und daraus folgende Analysen wurden durch persönliche Bef
 indlichkeiten abgelöst.\n\nExemplarisch hierfür steht die kritische Wei
 ßseinsforschung in Deutschland. Mehr noch: Sie teilen viel mehr Argumente
  mit Vertretern der Neuen Rechten\, als ihren Anhängern bewusst sein dür
 fte. In der antiegalitären Forderung\, dass die Differenzen verschiedener
  Kulturen um jeden Preis und um ihrer selbst Willen zu schützen seien\, u
 nterscheiden sich weite Teile der kritischen Weißseinsforschung in Deutsc
 hland in nichts von den Forderungen neurechter Denker wie Alain de Benoist
 . Dabei ist die Essenzialisierung von Menschen auf Grundlage ihrer Hautfar
 be und Herkunft eine rechte Kulturpraxis\, die sich niemand aneignen sollt
 e – auch nicht\, um eine gutgemeinte Identitätspolitik zu fahren.\n\n
 „Kritische Weißseinsforschung“ ist in Deutschland ein universitärer 
 Diskurs mit stark ausgeprägtem aktivistischen Bedürfnis. Die CW-Gemeinde
  hat keinen Begriff und kein Verständnis von der Geschichte migrantischen
  Widerstands in der Bundesrepublik\, welcher mit diesen akademischen Mitte
 lschichtsbefindlichkeiten wenig bis nichts gemein hat. Eine Essenzialisier
 ung von Rassekategorien ist nicht zwingend in der Critical Whiteness veran
 kert\, aber ihre Anhängerschaft in Deutschland hat dies forciert. „Krit
 ische Weißseinsforschung“ verfehlt daher ihr Ziel\, entwickelt keine St
 rategien gegen Rassismus und bleibt letzten Endes wegen ihrer moralischen 
 Strenge vor allem eins: sehr deutsch.\n\n&nbsp\;
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