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SUMMARY:Die Zukunft des Jahres 1984
DESCRIPTION:Ein Vortrag von Melanie Babenhauserheide\, Lehrkraft für beson
 dere Aufgaben\, Universität Bielefeld.\n\nDie humorvolle\, fünfzehnteili
 ge Science-Fiction-Serie Návštěvníci (1983/1984\, Regie Jindřich Pol
 ák\, Drehbuch Ota Hofman)\, die in der BRD unter dem Titel Die Besucher\,
  und in der DDR unter dem Titel Expedition Adam '84 ausgestrahlt wurde\, i
 st ein Produkt der für die Zeit des „Kalten Krieges“ ungewöhnlichen\
 , jahrzehntelangen Zusammenarbeit der tschechoslowakischen Filmproduktion 
 und des westdeutschen Fernsehens\, mit der der moralisierende Charakter de
 s Kinderfernsehens im Fahrwasser der Adenauerzeit überwunden werden sollt
 e. Tschechoslowakische Filme wie Vorlíčeks Drei Nüsse für Aschenbröde
 l und Kinderserien von Der kleine Maulwurf bis zu Pan Tau haben als Gegenb
 ild zu Hollywood seither sowohl die hiesigen Kindermedien als auch das Bil
 d Tschechiens im bundesdeutschen Bewusstsein nachhaltig geprägt.\n\nIn Di
 e Besucher reist eine vom „Weltenrat“ und dem „Zentraldenker“ ausg
 ewählte Expedition aus dem Jahre 2484 zurück in das Jahr 1984\, um nach 
 der verschollenen Formel zur Verschiebung von Welten zu suchen\, die der N
 obelpreisträger Adam Bernau in seinen Memoiren erwähnt\, denn mit dieser
  Formel soll in der Zukunft die von einer Weltraumkollision bedrohte Mensc
 hheit gerettet werden. Die Serie entwirft sowohl eine ironisch gebrochene 
 Utopie der Zukunft\, in der die Menschen laut Hofman „das Ideal verwirkl
 ichen\, von dem wir träumen“\, als auch ein humorvolles Konzept von den
  nachträglichen Bedeutungen der individuellen Entwicklung\, denn der als 
 „das Genie des 21. Jahrhunderts“ berühmt gewordene Adam wird im Jahre
  1984 von seiner Umwelt als frecher Lausebengel wahrgenommen. In diesem Vo
 rtrag werden diese Konzepte von Zukunft und der Blick der Zukunft auf die 
 zur Vergangenheit gewordene Gegenwart auf ihre politischen Implikationen h
 in befragt. Dabei wird unter anderem zu diskutieren sein\, was es bedeutet
 \, dass es in der Zukunft\, aus deren Perspektive das 20. Jahrhundert barb
 arisch wirkt\, weder Geld noch Krieg\, aber dennoch Konkurrenz und relevan
 te Unterschiede zwischen Männern und Frauen gibt\, worüber sich die hohe
  Störungsanfälligkeit der zukünftigen Technik lustig macht und wie es z
 u deuten ist\, dass sich die Menschen der Zukunft nicht mehr bei der Entbl
 ößung ihrer Genitalien schämen\, sondern wenn ihre nackte Kopfhaut von 
 fremden Menschen gesehen wird.\n\nDie humorvolle\, fünfzehnteilige Scienc
 e-Fiction-Serie Návštěvníci (1983/1984\, Regie Jindřich Polák\, Dreh
 buch Ota Hofman)\, die in der BRD unter dem Titel Die Besucher\, und in de
 r DDR unter dem Titel Expedition Adam '84 ausgestrahlt wurde\, ist ein Pro
 dukt der für die Zeit des „Kalten Krieges“ ungewöhnlichen\, jahrzehn
 telangen Zusammenarbeit der tschechoslowakischen Filmproduktion und des we
 stdeutschen Fernsehens\, mit der der moralisierende Charakter des Kinderfe
 rnsehens im Fahrwasser der Adenauerzeit überwunden werden sollte. Tschech
 oslowakische Filme wie Vorlíčeks Drei Nüsse für Aschenbrödel und Kind
 erserien von Der kleine Maulwurf bis zu Pan Tau haben als Gegenbild zu Hol
 lywood seither sowohl die hiesigen Kindermedien als auch das Bild Tschechi
 ens im bundesdeutschen Bewusstsein nachhaltig geprägt.\n\nIn Die Besucher
  reist eine vom „Weltenrat“ und dem „Zentraldenker“ ausgewählte E
 xpedition aus dem Jahre 2484 zurück in das Jahr 1984\, um nach der versch
 ollenen Formel zur Verschiebung von Welten zu suchen\, die der Nobelpreist
 räger Adam Bernau in seinen Memoiren erwähnt\, denn mit dieser Formel so
 ll in der Zukunft die von einer Weltraumkollision bedrohte Menschheit gere
 ttet werden. Die Serie entwirft sowohl eine ironisch gebrochene Utopie der
  Zukunft\, in der die Menschen laut Hofman „das Ideal verwirklichen\, vo
 n dem wir träumen“\, als auch ein humorvolles Konzept von den nachträg
 lichen Bedeutungen der individuellen Entwicklung\, denn der als „das Gen
 ie des 21. Jahrhunderts“ berühmt gewordene Adam wird im Jahre 1984 von 
 seiner Umwelt als frecher Lausebengel wahrgenommen. In diesem Vortrag werd
 en diese Konzepte von Zukunft und der Blick der Zukunft auf die zur Vergan
 genheit gewordene Gegenwart auf ihre politischen Implikationen hin befragt
 . Dabei wird unter anderem zu diskutieren sein\, was es bedeutet\, dass es
  in der Zukunft\, aus deren Perspektive das 20. Jahrhundert barbarisch wir
 kt\, weder Geld noch Krieg\, aber dennoch Konkurrenz und relevante Untersc
 hiede zwischen Männern und Frauen gibt\, worüber sich die hohe Störungs
 anfälligkeit der zukünftigen Technik lustig macht und wie es zu deuten i
 st\, dass sich die Menschen der Zukunft nicht mehr bei der Entblößung ih
 rer Genitalien schämen\, sondern wenn ihre nackte Kopfhaut von fremden Me
 nschen gesehen wird.
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